Geschichte

„Das kleine Wohnviertel In den Haesen im Norden von Homberg zählt zu den schönsten Wohnlagen Duisburgs. Mit dem angrenzenden Naherholungsgebiet Uettelsheimer See, dem Waldgebiet und den Rheinwiesen im Osten bietet der Stadtteil beste Freizeitmöglichkeiten…“

Haesen aktuelles Luftbild

Luftaufnahme der Haesen, aufgenommen während eines Zeppelinrundfluges

Sicher kann dieser Stadtteil noch ausschweifender beschrieben werden, gibt es doch hier ein beschauliches, vertrautes, ja dörfliches Miteinander. Die meisten Einwohner der Haesen wohnen schon seit Jahrzehnten nebeneinander. Man kennt sich.

Und idyllisches Wohnen ist das, worum es an diesem heimeligen Fleck nördlich der Friedhofsallee auch sicherlich hauptsächlich geht.

Heute sind Lebensmittelmarkt, Arzt und Apotheke die Haupt-Treffpunkte. Viele Jahre liefen sich die Haesener auch zuhauf in Sparkasse und Post über den Weg, doch beide Anlaufstellen wurden den Einwohnern leider in den letzten Jahren genommen. Geblieben sind ein letzter Briefkasten sowie ein EC-und Service-Bereich der Sparkasse.

Nichts desto trotz gilt In den Haesen als Zuzugsgebiet, versorgt mit Kindergärten, Schule und Kirchengemeinden. Und die zentral verlaufende Halener Straße könnte man schon fast liebevoll als „Einkaufsmeile“ bezeichnen, finden sich doch hier neben dem erwähnten Lebensmittelmarkt noch Zahnarztpraxis, Bäcker, Computerbedarf nebst Versandshop, Blumenladen, Fahrschule, Friseure, Gaststätte, Fußpflege und abschließend Lotto-Lese-Schreibwaren.

Alles was ein Dorf braucht.

Apropos brauchen: Das Gesundheitszentrum der Haesen liegt an der Ecke Uettelsheimer Weg und Duisburger Straße. Mit der Ulmen Apotheke, der Arztpraxis Oliver Potreck und seit April 2010 der Zahnarztpraxis Dr. Langer/ Heimann/ Padou ist die medizinische Versorgung der Haesener also gesichert.

Ende der 70er Jahre plante der Homberger Bauverein (seit dem 1. Januar 2003 „Duisburger gemeinnützige Baugesellschaft“ GEBAG) was Großes an der eben erwähnten Ecke.

Altengerechte Wohnungen war die zukunftsweisende Idee.

Als Baugelände sollte das Areal der Feltgen-Brüder herhalten, die bis dato eine Gartenwirtschaft mit Rutschbahn betrieben. Ein kleiner Abenteuer-Spielplatz für die Haesener Kinder, die sich zu der Zeit auch ausgiebig in den angrenzenden Feldern, Wald und Wiesen tummeln konnten. Rund 4500 Menschen wohnten anno 1980 In den Haesen. Neubaugebiete wie Haesenbusch, Haselweg, Im grünen Winkel und jüngst Duisburger Straße lagen noch einige Zeit brach.

Geplant. Gebaut

Der Komplex Uettelsheimer Weg 48 bis 52 entstand bis 1980 und im ersten Hauseingang wurden zwei Ladenlokale frei gelassen: Der Bauverein hatte den Plan eine Praxis und eine Apotheke zu installieren.

Apotheke 1980


Am 15. Juli 1980 eröffnete dann Apotheker Wolfgang Bremer seine Ulmen Apotheke, wagte den Sprung in die Selbstständigkeit sowie das gesundheitsdienstliche Niemandsland.

Eröffnung 1980


Diesen Schritt machte er gemeinsam mit einer vorübergehenden Apothekenhelferin sowie einer Auszubildenden – seiner Frau Gabriele. Bald kam auch eine Pharmazeutisch-Technische-Assistentin (PTA) dazu, um das junge Team zu vervollständigen.

Theke der alten Apotheke


„Es war damals hier ein echtes Zuzugsgebiet, wir haben viel Kindernahrung in den ersten Jahren verkauft“, erinnert sich Bremer, „Das stagnierte dann einige Jahre, aber heute gibt es ja wieder viele Kleine – von den Kindern von damals!“


Nebenan tat sich 1981 endlich auch was, denn im ersten Jahr hatte sich immer noch kein Arzt dort niedergelassen. Dr. med. Salah el Eblesch – ein sehr beliebter Allgemeinmediziner, der sich vorher im Homberger Krankenhaus einen Namen gemacht hatte ­ zog in die leerstehende Praxis und rundete das Gesundheitszentrum ab.

Dr. med. Salah el Eblesch


Tragischer Weise verstarb Dr. Eblesch nach zwei Jahren und Dr. med. Mohamed Zarini übernahm zunächst für ein halbes Jahr dessen Vertretung, um somit erstmal die medizinische Versorgung der Patienten zu gewährleisten.

Am 1. Januar 1984 übernahm er dann aber auch offiziell die Praxis und übergab erst nach über 22jährigem Dienst an den heutigen Inhaber Potreck.

Apropos übergeben:

In der Ulmen Apotheke hat es gut 28 Jahre gedauert, bis es zu einem Inhaberwechsel kam. Und in den fast drei Jahrzehnten des Wolfgang Bremer gab es einige treue Weggefährten.

Da gab es beispielsweise Michaela Arens, die PTA, die seit 1982 die Kunden beriet und versorgte, aber im Januar 2000 schwer erkrankte und verstarb.

Und 1981 bereits begann Heidrun Ehmann in der Ulmen Apotheke auszuhelfen, machte von 1985 bis 87 eine Helferinnenlehre. Mittlerweile bildete dort natürlich eine ausgelernte Gabriele Bremer die Auszubildenden aus. Bis Anfang des neuen Jahrtausends war dann Heidrun Ehmann neben Micky Arens ein Fels in der Ulmen-Brandung.

1987 kam Barbara Hermsen ins Spiel, die Apothekerin war fortan für über zwanzig Jahre Wolfgang Bremers Vertretung – und bleibt der Apotheke heute weiterhin erhalten.

Am 1. August 1996 setzte übrigens Natalie de Bruyn erstmals einen dienstlichen Fuß in den Uettelsheimer Weg 48. Da begann sie nämlich ihre Ausbildung zur Pharmazeutisch-Kaufmännischen-Angestellten (PKA). Als sie 1999 ihre Lehre abschloss war es mehr Zufall als von langer Hand geplant, dass sie sich für das Studium der Pharmazie einschrieb. Von 2000 bis 2006 dauerte die universitäre und praktische Ausbildung – aber dann konnte sie im Mai 2006 als Apothekerin ihre zweite Karriere In den Haesen einleiten.


Das Ulmen-Team mit Dr. med. Zarini als Gratulant anlässlich des 25-jähirgen Apothekenjubiläums:

v.l. Zdenka Matosevic, Fidan Gökcek, Barbara Hermsen, Natalie de Bruyn, Wolfgang Bremer, Dr. med. Mohammed Zarini, Elke Emmerichs, Nuray Deli, Vicktoria Busch

Das Team der Ulmen-Apotheke


Man könnte es als schleichende, aber freundliche Übernahme umschreiben:

Am 30. September 2008 trat Wolfgang Bremer in den wohlverdienten Ruhestand und zum 1. Oktober 2008 nahm dann Natalie de Bruyn Mörser und Pistill in die Hand.

Die Übernahme wurde mit einem kleinen Stadtteilfest am 4. Oktober 2008 festlich begangen. Mit Schwof-Musik, Kinderbespaßung, köstlichen Grillwürstchen und einem beinahe leergezapften Bierwagen ging es mit viel guter Laune bis Abends lustig her.

Mit einer umfassenden Verkaufsraum-Renovierung zu Beginn des Jahres 2009 erstrahlte die Ulmen Apotheke nach nur kurzer Umbauphase dann auch in bunten Farben und glänzte mit neuem Mobiliar.

Die Mitarbeiterzahl wurde mittlerweile ein wenig erhöht, so dass zum 30-jährigen Geburtstag der pharmazeutischen Einrichtung am 15. Juli 2010 ein zehnköpfiges Team ausgelassen feiern konnte. Beim Jubiläumsessen war natürlich auch Vorgänger Wolfgang Bremer – seines Zeichens als Gründer ja auch Hauptverantwortlicher für das langjährige Bestehen.

Ulmen-Apotheken-Team


Am Geburtstag selbst gab es für die Stammkunden den ganzen Tag lang dann eine große Tombola, einen Kindermalwettbewerb, eine Kosmetik-Beratung sowie ein reichhaltiges Kuchenbuffet, dass die fleißigen Mitarbeiter in Heimarbeit gezaubert hatten. Alles in allem ein feierlicher und freudiger Arbeitstag, zum dem rund 300 Stammkunden gekommen waren.

Es ist eben wunderschön familiär In den Haesen…

Das pillendrehende Rad der Geschichte wird sich in der Ulmen Apotheke weiter drehen, mal sehen, welche Ereignisse uns noch erwarten…